Ratgeber · Rampen richtig planen
Rampenlänge berechnen:Welche Steigung passt zu deiner Rampe?
Wie viel Platz braucht deine Rampe? Mit Formel, Längentabelle und praktischen Tipps planst du den Übergang über Schwellen und Stufen.
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Wie berechnet man die Rampenlänge?
Miss zuerst die gesamte Höhe zwischen dem unteren Boden und dem oberen Anschluss. Die schräge Fahrfläche beginnt an der Oberkante der Einstiegskante. Ziehe deren Höhe für die Berechnung ab. Verwende für alle Maße dieselbe Einheit.
Schwellenrampe: 3 mm Einstiegskante
Von der gemessenen Gesamthöhe ziehst du 3 mm (= 0,3 cm) ab. Eine 5 cm hohe Schwelle ergibt so 4,7 cm wirksame Höhe für die schräge Fahrfläche.
Stufenrampe: 5 mm Einstiegskante
Hier ziehst du 5 mm (= 0,5 cm) ab. Bei einer 10 cm hohen Stufe überwindet die schräge Fahrfläche damit 9,5 cm.
Wirksame Höhe = Gesamthöhe − Einstiegskante
Rampentiefe = wirksame Höhe × 100 ÷ Steigung (%)
Beispiel Stufenrampe: (10 cm − 0,5 cm) × 100 ÷ 10 = 95 cm Tiefe.
Umgekehrt: Steigung (%) = wirksame Höhe ÷ Rampentiefe × 100. Bei 10 cm Gesamthöhe, 5 mm Einstiegskante und 80 cm Tiefe sind das rund 11,9 %.
Rampenlänge und Rampentiefe: Was ist der Unterschied?
Mit „Rampenlänge“ können zwei unterschiedliche Maße gemeint sein: die waagerechte Tiefe am Boden oder die Länge der schrägen Fahrfläche. Für den Platzbedarf vor deiner Schwelle ist die waagerechte Rampentiefe entscheidend. Auf dieses Maß beziehen sich die Formel und die Tabelle hier.
Die schräge Fahrfläche ist etwas länger als die waagerechte Tiefe. Dafür gilt √(Tiefe² + wirksame Höhe²). Bei 10 cm Gesamthöhe, 5 mm Einstiegskante und 95 cm Tiefe beträgt sie rund 95,5 cm. Die senkrechte Einstiegskante gehört nicht zur schrägen Fahrfläche.
Beim Bestellen gibst du weiterhin die volle gemessene Höhe an. Ziehe die Einstiegskante nicht schon von deinem Aufmaß ab. Die Messanleitung für Holzrampen hilft dir dabei; für die Berechnung beachtest du die Einstiegskante und die gewählte Ausführung.
Ausführung beachten: Die Beispiele hier gelten ohne zusätzlichen Belag auf der Fahrfläche. Bei Anti-Rutsch-Band kann sich die wirksame Einstiegshöhe ändern. Maßgeblich sind die Maße deiner konkreten Konfiguration bzw. des abgestimmten Angebots.
Rampenlänge nach Höhe und Steigung: die Tabellen
Die Tabellen berücksichtigen die unterschiedliche Einstiegskante beider Rampentypen. Sie zeigen die waagerechte Tiefe des geneigten Abschnitts ohne zusätzlichen Belag, auf volle Zentimeter aufgerundet. Podeste und Bewegungsflächen kommen gegebenenfalls dazu.
Rechenvergleich, keine Bestellmaße: Nicht jede Kombination aus Höhe und Steigung ist beim jeweiligen Modell verfügbar. Prüfe vor der Bestellung die Grenzen und Maße auf der Produktseite.
Schwellenrampe: 3 mm Einstiegskante
| Höhe | Bei 6 % | Bei 10 % | Bei ≈18 % |
|---|---|---|---|
| 2 cm | 29 cm | 17 cm | 10 cm |
| 5 cm | 79 cm | 47 cm | 27 cm |
| 8 cm | 129 cm | 77 cm | 44 cm |
Stufenrampe: 5 mm Einstiegskante
| Höhe | Bei 6 % | Bei 10 % | Bei ≈18 % |
|---|---|---|---|
| 5 cm | 75 cm | 45 cm | 26 cm |
| 8 cm | 125 cm | 75 cm | 43 cm |
| 10 cm | 159 cm | 95 cm | 54 cm |
| 15 cm | 242 cm | 145 cm | 83 cm |
| 20 cm | 325 cm | 195 cm | 111 cm |
Die Spalte ≈18 % entspricht der Auswahl im Shop: Sie wird mit 10° (rund 17,6 %) berechnet. 6 % und 10 % sind exakte Prozentwerte. Rundung und gewählte Ausführung können zu anderen Millimeterangaben in der Konfiguration führen.
Die Tabellen vergleichen den Platzbedarf. Sie geben keine Steigung für Rollstuhl oder Rollator frei. Auch die 3 bzw. 5 mm hohe Einstiegskante muss mit deinem Hilfsmittel sicher überfahren werden können.
Welche Steigung ist für Rollstuhl und Rollator geeignet?
Je flacher die Rampe, desto länger wird sie. Welche Steigung im Alltag geeignet ist, hängt unter anderem von der nutzenden Person, dem Hilfsmittel, der Unterstützung und der Einbausituation ab. Auch das kontrollierte Hinunterfahren oder Hinuntergehen muss möglich sein.
Barrierefreie Rampen: 6 % und weitere Anforderungen
Für barrierefreie Rampen nennt die DGUV maximal 6 % Steigung. Zur Planung gehören außerdem unter anderem eine nutzbare Mindestbreite von 120 cm, Bewegungsflächen von 150 × 150 cm am Anfang und Ende sowie Zwischenpodeste bei längeren Rampenläufen. Eine Rampe mit 6 % Steigung ist deshalb nicht automatisch vollständig normgerecht.
Welche Anforderungen für dein Gebäude und deinen Nutzungsfall gelten, muss bei einer normgerechten Planung objektbezogen geprüft werden. Planungshinweise der DGUV zu barrierefreien Rampen
Schwellen und einzelne Stufen zu Hause
Im Wohnumfeld ist oft wenig Platz vorhanden. Eine steilere Rampe benötigt zwar weniger Tiefe, stellt aber höhere Anforderungen an Kraft, Bremsen und Kontrolle. Werte wie 10 % oder 18 % sind deshalb keine pauschale Empfehlung für alle Menschen mit Rollstuhl oder Rollator.
Berücksichtige die Gebrauchsanleitung deines Hilfsmittels. Bei einem Elektrorollstuhl sind insbesondere die Angaben zu Steigung, Gefälle und Bodenfreiheit wichtig. Eine schiebende Begleitperson macht eine steile Rampe nicht automatisch geeignet.
Prozent und Grad nicht verwechseln
10 % Steigung bedeuten 10 cm Höhenunterschied auf 100 cm waagerechter Strecke. Das entspricht rund 5,7°. 10° entsprechen dagegen rund 17,6 %. Achte beim Rechnen und Konfigurieren deshalb auf die Einheit.
Passt die Rampe vor deine Tür oder Stufe?
Markiere die berechnete Rampentiefe am Boden. Prüfe anschließend die gesamte Nutzungssituation:
- Anfahrt: Kannst du gerade auf die Rampe zufahren, und bleibt ausreichend Platz zum Ausrichten?
- Türöffnung: Lässt sich die Tür vollständig öffnen, ohne an Rampe oder Hilfsmittel anzustoßen?
- Oberer Anschluss: Gibt es eine tragfähige Auflage und genügend Platz nach dem Verlassen der Steigung?
- Übergänge und Einstieg: Kann dein Hilfsmittel die 3 bzw. 5 mm hohe Einstiegskante sicher überwinden? Können kleine Räder, Fußstützen oder der Unterboden aufsetzen?
- Halt: Passen Untergrund, Oberfläche und Sicherung gegen Verrutschen zur Nutzung?
- Umgebung: Bleiben notwendige Durchgänge frei, und ist die Rampe für die Bedingungen am Einsatzort geeignet?
Von der Planung zur passenden Rampe
Welche Holzrampe passt zu dir?
Stehen Höhe, Platzbedarf und Nutzung fest, kannst du die passende Bauform auswählen. Maßgeblich bleiben die Abmessungen und Einsatzbedingungen des jeweiligen Produkts.
Für niedrige Türschwellen
Schwellen bis 8 cm
3 mm Einstiegskante – bei der Tiefenberechnung von der Gesamthöhe abziehen.
Eine maßgefertigte Schwellenrampe für Rollstuhl und Rollator. Prüfe die verfügbare Tiefe und den Anschluss an deine Schwelle.
Türschwellenrampe ansehenFür eine einzelne Stufe
Stufen bis 20 cm
5 mm Einstiegskante – bei der Tiefenberechnung von der Gesamthöhe abziehen.
Für größere Höhenunterschiede an Eingang oder Absatz. Auflage, Breite und gewählte Steigung müssen zur Einbausituation passen.
Stufenrampe ansehenHäufige Fragen zu Rampenlänge und Steigung
Wie lang muss eine Rampe bei 10 cm Höhe sein?
Bei unserer Stufenrampe mit 5 mm Einstiegskante bleiben 9,5 cm wirksame Höhe. Bei 10 % Steigung ergibt das 95 cm waagerechte Tiefe. Rechnerisch wären es bei 6 % rund 158,3 cm; diese Kombination ist beim Standardmodell nicht verfügbar. Bewegungsflächen kommen zusätzlich dazu.
Wie viel Platz braucht eine Rampe für eine 20 cm hohe Stufe?
Mit 5 mm Einstiegskante bleiben 19,5 cm wirksame Höhe. Bei der Shop-Auswahl ≈18 % (10°) ergibt das rund 110,6 cm Tiefe, zur Platzplanung auf 111 cm aufgerundet. Rein rechnerisch wären es bei 10 % 195 cm, bei 6 % 325 cm; diese flacheren Kombinationen sind beim Standardmodell in 20 cm Höhe nicht verfügbar.
Sind 6 % Steigung dasselbe wie 6 Grad?
Nein. 6 % entsprechen rund 3,4°. Eine Neigung von 6° entspricht dagegen rund 10,5 % und ist deutlich steiler.
Zählt ein Podest zur berechneten Rampentiefe?
Die Formel berechnet nur die waagerechte Tiefe des geneigten Abschnitts. Ein zusätzliches waagerechtes Podest wird separat berücksichtigt. Achte bei Produktangaben darauf, ob eine Gesamttiefe einschließlich Podest genannt wird.
Welche Maße brauche ich für die Bestellung?
Wichtig sind die genaue Höhe, die gewünschte Breite und der verfügbare Platz in Fahrtrichtung. Je nach Einbausituation kommen weitere Angaben hinzu. Die Schritt-für-Schritt-Messanleitung hilft dir bei der Vorbereitung. Die gerundeten Tabellenwerte ersetzen kein genaues Aufmaß. Gib die volle gemessene Höhe an; die Einstiegskante wird nicht vom Bestellmaß abgezogen.
Der nächste Schritt: Schwelle oder Stufe richtig ausmessen.

